Beziehungsratgeber: Verzeihen – Vergebung – Versöhnung

Beziehungsratgeber der „3 V´s“: Verzeihen – Vergebung – Versöhnung

Natürlich wünscht sich jeder eine glückliche Beziehung, die von vorne bis hinten stimmig ist und auf vollkommenem Vertrauen basiert. 

Doch manchmal kommt es anders als man denkt. Ein grober Vertrauensbruch ist für die Betroffenen schmerzhafte und oft nicht einfach zu verzeihen.

Was nicht bedeuten muss, dass alles was man gemeinsam aufgebaut hat, nun verloren ist.

Möchtest du deine Beziehung retten, dann nimm dir die nachstehenden Beziehungstipps zu Herzen!

 

Das Zauberwort in jeder Beziehung heißt: „Verzeihen!“

Das Wichtigste in jeder Beziehung ist das Vertrauen. Ohne dieses Schlüsselwort sind Beziehungsprobleme und Liebeskummer praktisch vorprogrammiert. Schlechte Eigenschaften wie Misstrauen, Neid, Eifersucht, Kontrollwahn und dergleichen halten Einzug.

Aber auch das Verzeihen ist ein wichtiger Baustein. Sollte es doch einmal Beziehungsprobleme geben, lohnt es sich darüber nach zu denken.

Das Verzeihen geht mit der Selbstliebe Hand in Hand.

 

Wer nicht in der Lage ist dem anderen zu verzeihen, dem fällt es vermutlich auch sehr schwer, sich selbst verzeihen zu können. Und diese Art des Verzeihens ist eng mit der Selbstliebe verwandt.

Das heißt konkret:

Wenn du dich selbst nicht liebst, achtest und respektierst, dann kannst du das auch nicht von einem anderen Menschen erwarten.

 

Das würde diesen absolut überfordern. Er kann dir nicht geben, was du dir selbst nicht geben kannst.

Der irische Schriftsteller und Lyriker Oscar Wilde brachte das Thema Selbstliebe vor vielen Jahren einmal weise auf den Punkt:

Die Selbstliebe ist der Beginn einer lebenslangen Romanze„.

 

Also solltest du dich zunächst einmal selber lieben lernen, dich schätzen und dir jede Menge Selbstachtung entgegen bringen. Nur dann weißt du genau wie das funktioniert, wie es sich anfühlt und was es mit dir macht.

Wenn dir dieser Schulterschluss zu dir selbst geglückt ist und du dich mit dir rundherum wohl fühlst, dann bist du auch in der Lage anderen etwas zu geben und zu vermitteln.

Du wirst nicht mehr auf Kleinigkeiten herumreiten und dich wegen jeder Nichtigkeit ärgern und streiten. Dein Ego tritt mehr und mehr in den Hintergrund. Du lernst dafür das Große und Ganze zu sehen und anzunehmen.

Wenn man sich selbst verzeihen kann, dann kann man auch den Großmut aufbringen, anderen zu verzeihen. Das wiederum bildet den Grundstein für jede dauerhafte und glückliche Beziehung.

Selbstliebe hilft zu vergeben

Die Vergebung ist gepaart mit dem Großmut

Viele Menschen können einem anderen relativ schnell verzeihen und sehen über einen Fauxpas, den sich dieser geleistet hat, großzügig hinweg.

Aber vergessen können sie das Ganze nicht und dem Anderen wirklich vergeben schon gar nicht.

Dann ist das Verzeihen aber nur eine oberflächliche Geschichte ohne wahre Tiefe.

 

Im Untergrund schwelt vielleicht der begangene Treuebruch über viele Jahre. Der betrogene Partner kommt über dieses einschneidende Ereignis einfach nicht hinweg.

Das setzt weitere Beziehungsprobleme in Gang. Die betrogene Ehefrau wird ihrem Mann künftig immer misstrauen, ein ungutes Gefühl haben, sobald etwas passiert, das aus der Reihe tanzt und ihm womöglich heimlich nachspionieren.

Die Grundlagen für Misstrauen, Eifersucht und Verlustangst sind gelegt.

 

Wer dem Anderen aus ganzem Herzen vergeben kann, weil er genau weiß, dass er selbst nicht unfehlbar ist, der ist mit Großmut gesegnet. Mit dieser Einsicht wird er die Beziehungskrise vortrefflich meistern.

Großmütig zu sein und wahre Größe zu zeigen tut einem selbst gut und stärkt das eigene Selbstvertrauen. Zudem wird er unweigerlich die Achtung der anderen nach sich ziehen. Diese positiven Eigenschaften hätte wohl jeder gerne.

 

Die Versöhnung ist das „A und O“ jeder Beziehung!

Man kann sich ja wahrlich einmal streiten und Streitgründe gibt es auch gerade genug. Wichtig ist aber, dabei fair und trotzdem einigermaßen sachlich zu bleiben.

Vor allem sollte man keinesfalls ausfällig werden. Das bereut man spätestens ein paar Stunden nach dem Streit, wenn der Kopf wieder kühl und klar ist und man sich seiner bösen Worte bewusst wird.

Ein Beziehungsproblem hat fast jede lange Beziehung irgendwann einmal, die Frage ist nur, wie gehen beide Partner damit um. Sind sie es sich gegenseitig wert, die Sache auszudiskutieren, Kompromisse einzugehen, sich zu verzeihen und gemeinsam am „Beziehungsretten“ zu arbeiten.

Wenn dies der Fall ist und man solche problematischen Phasen einer Beziehung zusammen meistern möchte, dann kommt das Thema Versöhnung ins Spiel.

Sich nach einem Streit zu versöhnen ist wie das Salz in der Suppe!

 

Viele Paare pflegen da ihre ganz eigenen Versöhnungsrituale, die sie meist noch mehr zusammenschweißen als dies vor dem Streit der Fall war.

Man sagt sich gegenseitig wieder wie sehr man sich liebt. Vor allem aber fühlt man tief im Herzen, wie schlimm es wäre, sich ein Leben ohne den Anderen nur ansatzweise vorstellen zu müssen. Deshalb wird das Versöhnen meist mit großer Leidenschaft zelebriert.

Es gibt womöglich noch tolle Versöhnungsgeschenke oben drauf. Man bucht einen unvergesslichen Liebesurlaub oder versöhnt sich ganz romantisch bei einem abendlichen Candle-Light-Dinner.

Wer für solche kostspieligen Versöhnungspraktiken kein Geld hat, der kann das ebenso sehr preisgünstig angehen.

Beispielsweise könnte man der Liebsten ein duftendes Schaumbad einlassen und ihr dazu bei schummrigem Kerzenschein ein exquisites Glas Rotwein reichen. Verstreute samtrote Rosenblätter quer über dem Bett sorgen ebenso für prickelnde Versöhnungsstimmung. Oder wie wäre es mit einem großen Herz aus brennenden Teelichtern.

Verzeihen - Vergebung - Versöhnen

 

Verzeihen lernen um Verletzungen zu heilen

Meist ist es unvermeidbar, das man sich vor allem in dauerhaften Beziehungen gegenseitig verletzt. Im Laufe der Zeit wird es immer Situationen geben, in denen der eine den anderen nicht versteht.

Häufig werden solche Missverständnisse nicht angesprochen und aufgelöst sondern eher für lange Zeit „runtergeschluckt. Man ist entweder zu feige, schämt sich oder ist zu stolz, will Streit und Dramen vermeiden und behält deshalb seine wirkliche Meinung zu einer Sache lieber für sich.

Doch igendwann bricht alles Angestaute wie eine Lawine heraus.

 

Dann sprudelt alles ungefiltert hervor. Der andere wird ebenfalls wütend und schießt mit scharfer Munition zurück.

Dazu würde es gar nicht erst kommen, wenn das Problem sofort besprochen wird, anstatt es auf die lange Bank zu schieben.

Man sollte auf alle Fälle seine Verletzlichkeit zeigen um sämtliche Arten von Verletzungen gemeinsam zu heilen.

Verständnis für den anderen aufbringen, erkennen, dass beide ihre Anteile an der Ursache des Problems haben und aus vollem Herzen verzeihen, das kann die Beziehung retten.

Verzeihen lernen, das ist gar nicht so schwer!

 

Beziehung retten mittels eines Paartherapeuten

Wenn gar nichts anderes mehr helfen will, die Beziehung oder Ehe wirklich auf der Kippe steht, dann sollte man über eine gemeinsame Paartherapie nachdenken.

Oftmals ist man in seinen eingefahrenen Meinungen und unabänderlichen Standpunkten gefangen. Dann ist es nicht mehr möglich, sich selbst zu helfen und sich aus der verfahrenen Situation zu manövrieren.

In dieser Situation ist es von Vorteil, wenn ein unbeteiligter Dritter einen Blick auf das Dilemma wirft. Bestenfalls eine fremde und somit neutrale Person, mit einem fachlich versierter Hintergrund.

verzeihen lernen

In einer solchen Paartherapie bekommen die „Streithähne“ wieder ganz neue Impulse und andere Blickwinkel vermittelt. Zudem reißen sie sich vor einem Fremden mehr zusammen und poltern nicht gleich los. Sie hören zu, was der andere zu sagen hat und lassen das Ganze erst einmal sacken.

Das führt zu mehr innerer Ruhe und Ausgeglichenheit. Die eigenen Argumente werden überlegter und gelassener hervorgebracht. Das sind beste Voraussetzungen für einen Therapeuten, das zerstritte Paar allmählich und behutsam wieder in Liebe zu vereinen.

 

Kontra: „Unverzeihliches“ bleibt im Auge des Tornados!

Ist die Enttäuschung über einen Treuebruch oder eine Lüge so groß, dass sie beim besten Willen nicht verziehen werden kann, dann ist eine Trennung vermutlich das Beste.

Andernfalls kocht das Thema sicherlich permanent wieder hoch und man quält sich gegenseitig mit vergangenen Dingen. Diese sind ohnehin nicht rückgängig zu machen.

Manchen Menschen ist es einfach nicht möglich in solchen Situationen verzeihen zu können.

 

Um sich von gegenseitigen Vorwürfen und Schuldzuweisungen zu befreien, ist es in so einem Fall sicherlich besser, getrennte Wege zu gehen. Es ist ein Teufelskreis.

Der Leidensdruck würde auf die Dauer zu groß werden und ohnehin irgendwann zur Trennung führen. Niemand fühlt sich dauerhaft in der Rolle des Täters oder Opfers wohl. Die meisten sehnen sich nach einer harmonischen und respektvollen Beziehung und möchten auf gleicher Augenhöhe stehen.

Verdrängen oder Totschweigen ist hier ebenfalls nicht hilfreich. Wenn es für die eine oder andere Seite absolut unverzeihlich ist, dann sollte man die Konsequenzen ziehen.

 

Das Fazit zum guten Schluss

Das wirkliche und wahrhaftige Verzeihen, das von ganzem Herzen geschieht, ist kein Akt der Schwäche und des bloßen Nachgebens!

Ganz im Gegenteil, wer in der Lage ist sich zu verzeihen und sich die Schwächen und Fehler zu vergeben, der zeigt Größe und Stärke!

Einem großmütigen und starken Menschen wird sehr viel mehr Aufmerksamkeit und Bewunderung zuteil.

 

Niemand fühlt sich im Dauerstreit wohl. Nahezu jeder Mensch ist auf Harmonie, inneren Frieden und eine lang andauernde glückliche Beziehung bedacht.

Dabei sollte man immer bedenken, dass man selbst einen 50%igen Anteil daran hat, ob die Beziehung gelingt und glücklich ist.

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